Veröffentlicht 2015 · überarbeitet im Oktober 2026
Was du im lokalen Hallenbad an Zeiten schwimmst, beeindruckt vielleicht die anwesenden Besucher. Im Wettbewerb mit den Besten der Besten bildest du mit Sicherheit trotzdem das Schlusslicht. Immerhin: So kannst du den Beinschlag der Spitzen-Männer und -Frauen bewundern und Techniken für das eigene Training mitnehmen.
Wichtig für alle Tabellen: Unterschieden wird zwischen Langbahn (50-Meter-Becken) und Kurzbahn (25-Meter-Becken). Auf der Kurzbahn sind die Zeiten schneller, weil öfter gewendet wird und jeder Abstoß von der Wand zusätzlichen Schwung bringt. So schwamm der Deutsche Paul Biedermann 2009 auf der Kurzbahn 200 m Freistil in 1:39,37 min – auf der Langbahn brauchte er für die gleiche Strecke rund zweieinhalb Sekunden länger. Das nur als Hinweis, damit keine Missverständnisse aufkommen.
Stand der Rekordlisten: 9. Oktober 2026 (Grundlage: offizielle Weltrekorde des Weltschwimmverbands World Aquatics). Gerade läuft die Kurzbahn-Weltcupserie, zum Jahresende folgt die Kurzbahn-WM – einzelne Rekorde können sich also jederzeit ändern.
Bei den Männern stehen gleich drei Deutsche in der Liste: Paul Biedermann hält den Rekord über 200 m schon seit 2009, Lukas Märtens schwamm 2025 über 400 m als erster Mensch unter 3:40 Minuten, und Johannes Liebmann verbesserte bei der EM 2026 in Paris den Weltrekord über 1.500 m gleich um fast vier Sekunden.
Strecke
Zeit
Schwimmer
Nationalität
Datum
50 m
20,88 s
Cameron McEvoy
Australien
20.03.2026
100 m
46,40 s
Pan Zhanle
China
31.07.2024
200 m
1:42,00 min
Paul Biedermann
Deutschland
28.07.2009
400 m
3:39,96 min
Lukas Märtens
Deutschland
12.04.2025
800 m
7:32,12 min
Zhang Lin
China
29.07.2009
1.500 m
14:26,79 min
Johannes Liebmann
Deutschland
15.08.2026
Foto: McSmit, GFDL bzw. CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Weltrekorde im Kraulen (50 m Langbahn, Frauen)
Bei den Frauen hat sich zuletzt viel getan: Den Rekord über 50 m verbesserten Kate Douglass und Gretchen Walsh allein zwischen Juni und August 2026 viermal, über 100 m löste Marrit Steenbergen die Schwedin Sarah Sjöström ab, deren Bestmarke seit 2017 bestand. Die deutsche Schwimmerin Britta Steffen hatte 2009 über 50 m und 100 m Weltrekorde aufgestellt. Sie hielten bis 2016 (100 m) beziehungsweise 2017 (50 m).
Strecke
Zeit
Schwimmerin
Nationalität
Datum
50 m
23,19 s
Kate Douglass
USA
15.08.2026
100 m
51,68 s
Marrit Steenbergen
Niederlande
27.06.2026
200 m
1:52,23 min
Ariarne Titmus
Australien
12.06.2024
400 m
3:54,18 min
Summer McIntosh
Kanada
07.06.2025
800 m
8:04,12 min
Katie Ledecky
USA
03.05.2025
1.500 m
15:20,48 min
Katie Ledecky
USA
16.05.2018
Weltrekorde im Kraulen (25 m Kurzbahn, Männer)
Auf der Kurzbahn hält mit Florian Wellbrock ebenfalls ein Deutscher einen Weltrekord: Seine 14:06,88 min über 1.500 m stammen von der Kurzbahn-WM 2021 in Abu Dhabi. Über 100 m teilen sich zwei Schwimmer den Rekord – der Russe Egor Kornev schlug im Oktober 2026 auf die Hundertstelsekunde genau in der Zeit von Kyle Chalmers an.
Strecke
Zeit
Schwimmer
Nationalität
Datum
50 m
19,90 s
Jordan Crooks
Kaimaninseln
14.12.2024
100 m
44,84 s
Kyle Chalmers / Egor Kornev
Australien / Russland
29.10.2021 / 02.10.2026
200 m
1:38,61 min
Luke Hobson
USA
15.12.2024
400 m
3:32,25 min
Yannick Agnel
Frankreich
15.11.2012
800 m
7:20,46 min
Daniel Wiffen
Irland
10.12.2023
1.500 m
14:06,88 min
Florian Wellbrock
Deutschland
21.12.2021
Weltrekorde im Kraulen (25 m Kurzbahn, Frauen)
Beim Weltcup im Oktober 2025 in Toronto fielen gleich drei Freistil-Rekorde. Besonders bemerkenswert: Kate Douglass blieb über 100 m als erste Frau unter 50 Sekunden.
Strecke
Zeit
Schwimmerin
Nationalität
Datum
50 m
22,83 s
Gretchen Walsh
USA
15.12.2024
100 m
49,93 s
Kate Douglass
USA
25.10.2025
200 m
1:49,36 min
Mollie O’Callaghan
Australien
24.10.2025
400 m
3:50,25 min
Summer McIntosh
Kanada
10.12.2024
800 m
7:54,00 min
Lani Pallister
Australien
25.10.2025
1.500 m
15:08,24 min
Katie Ledecky
USA
29.10.2022
Warum manche Rekorde so lange halten: die Hightech-Anzüge von 2009
Auffällig ist, wie viele Rekorde aus dem Jahr 2009 stammen oder bis vor Kurzem stammten. Der Grund sind die damaligen Ganzkörper-Schwimmanzüge mit Polyurethan-Anteil. Sie verbesserten Auftrieb und Wasserlage so stark, dass bei der WM 2009 in Rom reihenweise Bestmarken fielen. Seit Anfang 2010 sind diese Anzüge verboten.
Einige Rekorde aus dieser Zeit haben lange überdauert: César Cielos 20,91 s über 50 m hielten bis März 2026, Biedermanns Kurzbahn-Rekord über 200 m bis Dezember 2024. Biedermanns 1:42,00 min auf der Langbahn und Zhang Lins 7:32,12 min über 800 m stehen bis heute. Für dich als Hobbyschwimmer ist das eine schöne Nebenbemerkung: Auch bei den Profis macht die Wasserlage einen messbaren Unterschied. Wie du deine eigene verbesserst, liest du unter Wasserlage & Körperspannung.
Was die Rekordzeiten für dich bedeuten
Ein paar Rechenbeispiele machen die Zahlen greifbarer:
Tempo über die Langstrecke: Johannes Liebmann schwamm bei seinem 1.500-m-Rekord im Schnitt etwa 57,8 Sekunden pro 100 Meter – fünfzehnmal hintereinander. Katie Ledecky kam auf ihrem Rekord über dieselbe Strecke auf rund 1:01 Minuten pro 100 Meter.
Zum Vergleich: Viele erwachsene Freizeitschwimmer, die regelmäßig kraulen, brauchen für 100 Meter in ruhigem Tempo zwischen zwei und drei Minuten. Das ist völlig in Ordnung – du schwimmst für dich, nicht gegen die Stoppuhr von World Aquatics.
Sprinttempo: Cameron McEvoys 20,88 s über 50 m entsprechen einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 8,6 km/h – inklusive Startsprung.
Was du von Rekordschwimmern übernehmen kannst
Weltrekorde sind nicht dein Maßstab, die Technik dahinter schon. Drei Dinge machen alle Spitzenschwimmer auf ihre Art vor:
Lange, ruhige Züge: Gerade Langstreckler wirken im Wasser erstaunlich entspannt. Sie strecken sich nach jedem Eintauchen weit nach vorne und holen viel Strecke aus jedem Armzug heraus.
Eine stabile Körperlage: Kopf ruhig, Hüfte oben, Beinschlag aus der Hüfte. Selbst im Endspurt bleibt der Körper eine Linie.
Kluge Tempoeinteilung: Rekorde entstehen selten durch einen zu schnellen Start. Gleichmäßiges Tempo und ein kontrolliertes Finish sind auch für deine erste 400-Meter-Strecke die bessere Wahl.
Nicht ganz. Im Freistil-Wettkampf ist die Schwimmart grundsätzlich frei wählbar. Weil Kraulen die schnellste Schwimmart ist, schwimmen aber praktisch alle Athleten Kraul. Deshalb werden die Freistil-Rekorde im Alltag oft als Kraul-Rekorde bezeichnet.
Warum gibt es getrennte Rekorde für Kurz- und Langbahn?
Im 25-Meter-Becken wird doppelt so oft gewendet wie im 50-Meter-Becken. Jede Wende bringt durch den Abstoß und die Gleitphase unter Wasser zusätzlichen Schwung. Die Zeiten sind deshalb nicht direkt vergleichbar und werden getrennt geführt.
Wer ist der schnellste Schwimmer der Welt?
Über die kürzeste olympische Strecke, 50 m Freistil auf der Langbahn, ist das derzeit der Australier Cameron McEvoy mit 20,88 Sekunden (Stand: Oktober 2026). Auf der Kurzbahn hält Jordan Crooks von den Kaimaninseln mit 19,90 Sekunden den Rekord.
Gibt es auch Rekorde für Hobby- und Altersklassenschwimmer?
Ja. Im Masters-Bereich werden Rekorde in Altersklassen geführt, sowohl national als auch international. Für die meisten Hobbyschwimmer ist aber ohnehin die eigene Bestzeit der spannendste Rekord.
In einem gesonderten Artikel habe ich mir die beiden deutschen Spitzen-Sportler Paul Biedermann und Britta Steffen näher angeschaut, das Trio komplett macht der in den USA beheimatete Olympionike Michael Phelps: Was du von diesen 3 Profi-Kraulern lernen kannst.